Das BuddygesprächTauchen mit dem großen Unbekannten - wie gut kennst Du Deinen Buddy? Ist er als Partner für diesen Tauchgang geeignet oder stellt er ein Risiko dar? Ob im Urlaub, wenn einem ein Fremder als Buddy zugeteilt wird, oder am heimischen See, wenn man mal mit ein paar neuen Leuten taucht - wie findet man heraus, ob der Buddy auch was taucht? Ein Buddyteam stellt eine Gefahrengemeinschaft dar, d.h. es ist ein Team, dass sich einem gleichartigem Risiko aussetzt und in dieser Gefahrenlage gegenseitig Hilfe und Unterstützung gewährt. Das bedeutet aber, dass die Partner sich nicht nur gegenseitig aufeinander verlassen können müssen sondern auch, dass sie gesetzlich zur Hilfeleistung besonders verpflichtet sind. Jeder Buddy hat also eine Garantstellung für die körperliche Unversehrtheit seines Buddys. Inhalte des BuddygesprächsAufgrund dieser Garantstellung ist ersichtlich, dass man sich seinen Buddy vor einem gemeinsamen Tauchgang sehr genau anschauen sollte. Eine Möglichkeit hierzu bietet das Buddygespräch. In diesem Gespräch sollten die folgenden Punkte berücksichtigt werden:
Wenn man diese Punkte abhandelt, sollte man schon einmal einen guten Überblick haben, wie es um den Buddy bestellt ist. ErfahrungKlar, Brevetierung und Anzahl der Tauchgänge sagen nicht alles über einen Taucher aus, aber sie können schon mal in eine gewisse Richtung weisen. Dabei muss man gar nicht direkt nach dem Logbuch fragen. Geschickter ist es, die Erfahrung in einem Gespräch auszuloten. Dabei kann und soll man auch seine eigene Erfahrung einbringen, denn der Buddy will ja auch Bescheid wissen. Man kann also von sich anfangen und dann überleiten zum Buddy, z.B.:
Herauskommen sollte bei diesem Teil des Gesprächs wie viele Tauchgänge der andere ungefähr hat, wo er schon getaucht ist und wann er das letzte Mal im Wasser war. Wo er getaucht ist spielt eine große Rolle, da ein reiner Urlaubstaucher mit den Verhältnissen eines deutschen Sees eventuell überfordert sein kann, ein reiner Süßwassertaucher dagegen in einer Strömung extreme Probleme bekommen könnte. Auch das Wann des letzten Tauchgangs ist nicht unerheblich. Zwar verlernt man das Tauchen nicht so schnell, aber ob man sich bei selten tauchenden Partner verlassen kann, dass im Notfall alles klappt, ist schwer zu sagen. GesundheitszustandKlar, dass einen der Gesundheitszustand des Tauchpartners interessieren sollte. Einmal betrifft das die generelle Tauchtauglichkeit und Fitness, sowie mögliche Einschränkungen. Ich bin in der Hinsicht inzwischen dazu übergegangen, unbekannte Buddys direkt zu befragen.
Ich mache das, indem ich frage, wann er die letzte Tauchtauglichkeitsuntersuchung hatte. Ich versuche auch herauszufinden, ob er Asthma hat oder an Epilepsie leidet, bzw. ob er irgendwelche Medikamente nimmt, die seine Tauchtauglichkeit einschränken. Nicht alles ist immer gleich eine Indikation für ein Tauchverbot, aber für mich als Buddy ist es einfach wichtig zu wissen, auf was ich mich einlasse. Wichtig ist auch der aktuelle Gesundheitszustand. Hier muss man meistens gar keine Fragen stellen, sondern sich den Budday einfach ansehen. Wirkt er nüchtern oder weiß man, dass er letzte Nacht auf der Megaparty war? Wie sehen seine Augen aus? Wirkt er ausgeschlafen? Hustet er oder hat er Anzeichen einer Erkältung? Mit ein wenig Übung kann man beim restlichen Buddygespräch die Antworten über den derzeitigen Gesundheitszustand leicht herausfinden. Psychischer ZustandTauchen ist Eindringen in eine für Menschen eigentlich lebensfeindliche Umgebung. Daher ist der potentielle Stressfaktor beim Tauchen grundsätzlich höher als bei vielen anderen Freizeitaktivitäten. Ein idealer Buddy ist seelisch ausgeglichen und auch in Krisen ruhig und besonnen. Deswegen schaue ich mir meinen Buddy auch aus psychologischen Aspekten an. Was für ein Typ ist er - eher still und ruhig oder hektisch? Handelt es sich um einen Aufschneider, der mit seinen gefährlichen Tauchgängen prahlt? Wirkt er nervös und beunruhigt? Ein anderer Faktor ist aktueller Stress. Hat mein Buddy Beziehungsprobleme, Stress in der Arbeit oder steht sonstwie unter Druck? Wenn dem so ist, sollte man vielleicht auf den anspruchsvollen Tauchgang verzichten und statt dessen eher einen schönen Spaßtauchgang machen. Ergänzungen zum Buddygespräch
Manchmal ist ein neuer Buddy gar kein völlig Unbekannter. Vielleicht kennt man ihn aus einem anderen Umfeld, dann kann man durchaus auch Rückschlüsse auf sein Verhalten unterwasser ziehen. Er könnte auch schon mit Freunden getaucht sein, über die man einges erfahren kann. Aber auch wenn er ein wirklich Unbekannter ist, kann man außerhalb des Gesprächs einiges herausfinden. Schaut Euch die Ausrüstung an, ist sie komplett neu? In welchem Zustand ist sie? Wie baut der unbekannte Buddy seine Ausrüstung zusammen - hektisch oder routiniert? Insgesamt geht es beim Buddygespräch und den anderen Einschätzungsmöglichkeiten nicht darum Gründe zu finden, mit jemanden nicht zu tauchen, sondern darum unbekannte Partner besser einschätzen zu können, um so einen sicheren Tauchgang zu erleben. Wenn ich weiß, dass mein Buddy nicht so viel Erfahrung hat, kann ich das entsprechend berücksichtigen und ihm und mir einen tollen Tauchgang verschaffen. |
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