Der BuddycheckNeulich beim Abtauchen: Karl der Trockentaucher fasst sich an die Brust - der Trockiinflator ist nicht angeschlossen. Wild fuchtelnd fischt Karl nach dem Inflatorschlauch, zieht in vor und schließt ihn an. Eine Minute getaucht und schon ist der Stresslevel gestiegen - und damit der erste Schritt in den Incident Pit getan. Hätte das nicht vermieden werden können? Ist ein Buddycheck sinnvoll?Der Buddycheck ist ein Teil der Tauchvorbereitung, auf den viele Taucher verzichten. Gründe sind Bequemlichkeit (jetzt sind wir schon angerödelt, lasst uns einfach tauchen), die Abneigung andere an die eigene Ausrüstung zu lassen (an meinem Zeug fingert mir keiner rum!), grundsätzliche Ablehnung (es genügt, wenn ich selbst die Ausrüstung überprüfe) oder einfach Vergesslichkeit. Ein Buddycheck ist jedoch ein integraler Bestandteil der Tauchvorbereitung und sollte nicht ausgelassen werden. Gründe für den Buddycheck sind:
Ein verantwortungsvoller Tauchbuddy wird daher immer einen Buddycheck vorschlagen, bzw. diesem zustimmen. Wo sollte der Buddycheck geschehen?Bei vielen Tauchgelegenheiten, gerade im Inland, muss man zwischen dem Ort wo man das Tauchgerät anrödelt und dem Einstieg einige Entfernung zurücklegen. Oft sieht man dann, wie sich Tauchpartner am Auto checken, dann zum Wasser gehen, und abtauchen. Andere stehen bis zur Brust im Wasser beim Check. Beides ist suboptimal.
Idealerweise sollte man den Buddycheck direkt am Einstieg machen, entweder noch am Ufer oder im seichten Wasser (nicht mehr als knietief). Das hat folgende Vorteile:
Wie sollte der Buddycheck ablaufen?Der kluge SpruchDen meisten Tauchern werden in den Anfangskursen Sprüche als Eselsbrücken beigebracht, damit sie sich die Reihenfolge der Bestandteile des Buddycheck merken können. Ein solcher Spruch wäre z.B.: Taucher Brauchen Viel Saubere Luft Taucher => Tarierung
Brauchen => Blei
Viel => Ventile
Saubere => Schnallen
Luft => Luft
Das ChecksystemIch persönlich halte nicht so sehr viel von diesen Sprüchen, zum Teil weil ich mir Eselsbrücken eh nicht merken kann ;-) zum Teil weil ich es für nicht systematisch genug halte. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich es selber beim CMAS* anders gelernt habe und seitdem so anwende: Von unten nach oben - von vorne nach hinten! Auf diese Weise werden alle Ausrüstungsteile systematisch überprüft und man kann nichts vergessen: Bleigurt
Von hier geht es zum ... Jacket
Von hier geht es zur ... Luftversorgung
Von hier geht es zur ... Rückseite/Flasche
Von hier geht es zum ... TAUCHEN Wie ihr an dem systematischen Check oben seht, geht es beim Buddycheck auch sehr darum, sich selber mit der Ausrüstung des Buddys vertraut zu machen. Für mich ist dies der wichtigste Grund für den Buddycheck. Deswegen fällt bei unbekannten Buddys der Check auch immer wirklich gündlich aus und ich erkläre ihnen dabei auch ganz genau meine spezielle Ausrüstungskonfiguration. Ob Ihr jetzt den Check anhand eines Spruches abarbeitet oder mit der vorne/unten/oben/hinten-Methode, ist dabei letztendlich egal. Wichtig ist vielmehr, dass Ihr es immer gleich macht, damit es sich als Routine bei Euch einprägt. Wenn Euer Buddy eine andere Routine hat, macht es auch nichts. Ihr macht es auf Eure Weise, er/sei auf seine/ihre - hauptsache der Sinn der Übung wird erreicht. |
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