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Tarierung

Nichts ist Unterwasser wichtiger, als vernünftig zu tarieren. Die Tarierung ist das A und O des Tauchens - nicht nur für den Taucher selbst sondern auch für Mittaucher und die Natur!

Ich finde, dass Leute die nicht tarieren können, einfach nicht tauchen können, sondern ein umweltschädigendes Ärgernis sind! Aber heutzutage ist es halt wichtig in 4 Tagen einen Tauchschein zu haben, um dann zu sagen "Ich kann tauchen".

Ist Tarierung wirklich so wichtig?

Wenn man einen Tauchkurs macht wird zwar immer wieder darauf hingewiesen, dass man sich bemühen sollte, vernünftig zu tarieren, aber in der Realität wird leider zu wenig darauf geachtet, dass die Tarierung bei den Tauchanfängern funktioniert. Schlechte Angewohnheiten der Tauchschüler werden dann nach den Schulungstauchgängen nicht abgelegt und dies führt dann, besonders bei Urlaubstauchern die eher selten ins Wasser kommen, zu Problemen.

Folgen schlechter Tarierung

Probleme bei der Tarierung
  • Eigene Gefährdung (1):
    Wer nicht vernünftig tarieren kann, läuft Gefahr durch falsche Tarierung plötzlich abzusacken oder aufzusteigen. Beides kann u.U. schwere gesundheitliche Folgen nach sich ziehen.
  • Umwelt:
    Die Unterwasserwelt ist ein sehr fragiles Ecosystem, das leicht durch Eingriffe geschädigt werden kann. Zu den schlimmsten Sünden die schlechte Tarierung nach sich zieht gehören:
    • Beschädigung von Pflanzen (2) - wer seine Tarierung nicht im Griff hat läuft Gefahr, in die Wasserpflanzen zu sinken und diese abzureißen (oder empfindliche Korallen abzubrechen). Dies kann schon geschehen, wenn man sich nur kurz einmal abstützt, um die Tarierung zu korrigieren.
    • Sedimentaufwirbelung (3) - wenn man zu nahe am Boden taucht, werden durch unachtsames Flossenschlagen Sedimente aufgewirbelt. Diese legen sich beim Niedersinken über die Pflanzen, was deren Photosynthese beeinträchtigt.
  • Mittaucher:
    Man ist nicht allein im Wasser. Wenn man seine Tauchroute durch eine aufgewirbelte Schlamm- / Sedimentspur markiert, verdirbt man den anderen die Sicht und damit den Tauchspaß.
  • Das eigene Vergnügen:
    Wer einmal gelernt hat sicher und sauber zu tarieren, hat viel mehr Spaß unter Wasser, denn die bisher viel Aufmerksamkeit benötigende Tarierung geht jetzt wie von selbst, ohne dass man darüber noch großartig nachdenken muss. Man bekommt ein anderes Körpergefühl, kann sich in den drei Dimensionen besser bewegen und entspannt den Attraktionen im Wasser widmen.

Wege zur guten Tarierung

Die richtige Bebleiung

Bei vielen schlecht tarierten Tauchern ist die Ursache leicht zu sehen: die falsche Haltung! Wie Seepferdchen pflügen sie fast aufrecht durchs Wasser. Hier ist eindeutig zuviel Blei auf den Hüften, gepaart mit Luft im Jacket, um dies auszugleichen.

Viele Taucher sind mehr oder minder stark überbleit. Oft wird der Grundstock dazu schon in den Grundkursen gelegt. Da es mit mehr Blei natürlich einfacher ist abzutauchen, werden viele Schüler lieber mit Gewichten behängt, statt dass die Tauchlehrer sich die Mühe machen, die richtige Abtauchtechnik zu lehren.

Um den richtigen Bleibedarf herauszufinden, sollte man in voller Ausrüstung und mit fast leerer Flasche ins Wasser gehen. Dann die Luft aus dem Jacket lassen und die Beine mit Flossen ruhig nach unten halten. Wenn man bis zur Augenhöhe absinkt, so ist die Bleimenge richtig. Sinkt man tiefer, ist man überbleit, bleibt der ganze Kopf draußen, hat man zu wenig Blei. Warum sollte man das mit einer fast leeren Flasche machen? Es ist wichtig, dass man nicht zu wenig Blei für die Dekompressionsstufe auf 3m hat, wenn der größte Teil der Luft verbraucht ist - an diesem Punkt mit Auftrieb zu kämpfen ist nicht nur lästig, sondern kann auch gefährlich sein!

Üben, üben, üben ...

Tarierungshilfe Pivotierung

Tarieren lernen durch Pivotierung

Nachdem man sich richtig bebleit hat, im Wasser auf den Grund legen und komplett das Jacket entleeren. Anschließend voll einatmen, dann wieder ausatmen. Sollte sich beim Einatmen nichts tun, dann ganz wenig (!) Luft in das Jacket pumpen und noch einmal probieren. Solange wiederholen, bis sich der Körper beim Einatmen hebt und beim Ausatmen senkt.

Dabei sollten die Flossenspitzen Eure Drehachse (engl: pivot) sein, d.h. immer mit dem Boden Kontakt haben. Ziel dieser Übung ist es, ein Gefühl für die Lungentarierung zu bekommen. Man muss nämlich beim Tauchen nicht jede kleine Höhenänderung mit dem Inflator korrigieren. Oft genügt es schon einmal tief ein- (um Höhe zu gewinnen) oder auszuatmen (um etwas zu sinken).

Hovering durch Lungentarierung

Tarieren lernen durch Hovering

Diese Übung ist am besten für das Schwimmbad geeignet, denn eine optische Referenz ist hier hilfreich.

Nachdem ihr Euch mit Hilfe der Pivotierung austariert habt, schwebt etwas über dem Boden und fixiert eine Kachel. Versucht möglichst bewegungslos in dieser Höhe zu verharren. Ihr werdet sehen, wie ihr ruhiger atmen müsst, um größere Schwankungen zu vermeiden.

Atemtechnik und Tarierung

Wie ihr an den letzten zwei Übungen gesehen habt, hat tiefes Ein- und Ausatmen einen durchaus erheblichen Einfluss auf die Tarierung. Je hektischer ihr atmet, desto weniger könnt ihr die Lungentarierung einsetzen.

Atmet daher möglichst ruhig und gleichmäßig, nicht zu tief ein oder aus, allerdings sollt ihr auch nicht zu flach atmen, denn sonst kommt es zur Pendelatmung Glossar, die äußerst gefährlich ist.

Ihr werdet relativ schnell feststellen, was für Euch ein angenehmer Atemrhythmus ist. Ihr werdet dann auch feststellen, wie viel ruhiger und entspannter ihr werdet und das hat dann auch wieder positive Auswirkungen auf Eure Tarierung!


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