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Verwendung einer Boje

Die Boje ist gekauft und sicher verstaut, der Tauchgang neigt sich seinem Ende zu. Wie wird eine DSMB jetzt richtig eingesetzt?

Leider wird das Bojenschießen nicht in den Einführungskursen gelehrt und es gibt auch keine entsprechende Sonderausbildung. Dabei ist dies eine Fähigkeit, die nur in der Praxis erlernt und geübt werden kann. Ehe man also im Ernstfall eine Boje aus der Tiefe schießen muss, sollte man im Flachwasser die entsprechenden Schritte üben.

Ablauf des Bojeschießens



1) Die Ausgangslage:
Wichtig ist bei der ganzen Aktion die Ruhe - Hektik kann schnell dazu führen, dass man sich verheddert oder die Boje verliert.

Zweiter wichtiger Punkt: Saubere Tarierung. Am Anfang des Vorgangs sollte man entweder neutral oder ein ganz klein wenig negativ tariert sein (aber nicht soviel, dass es Mühe kostet, die Tiefe zu halten).


2) Boje vorbereiten
Hierfür wird die Boje aus dem Aufbewahrungsort (z.B. Tasche) und dem eigentlichen Behälter entfernt und komplett ausgerollt.
Anschließend wird die Boje entweder am dafür vorgesehenen Reel oder Spool eingehakt oder die mit einem kleinen Bleistück beschwerte Leine komplett abgerollt. In diesem Fall ist es sehr wichtig, dass die Leine komplett ausgerollt nach unten hängt und mögliche Knoten oder Verhedderungen entfernt wurden.

Wichtig: Weder Spool/Reel noch die Boje direkt irgendwie am Taucher befestigen!


3) Ansetzen des Befüllstutzens
Ist die Boje entfaltet und die Leine befestigt/ausgerollt, kann die Boje befüllt werden. Dazu entweder den Oktopus unten in die Bojenöffnung halten oder den Inflatorschlauch mit dem hierfür vorgesehenen Ventil verbinden.


4) Befüllen der Boje
Entweder mit der Luftdusche langsam Luft hinein blasen oder mit dem Inflatorschlauch über das Ventil.

An dieser Stelle ist Fingerspitzengefühl angesagt: Zuviel Luft und die Boje wird dem Bedienenden förmlich aus der Hand gerissen. Zu wenig Luft und sie steht an der Oberfläche nicht aufrecht.
5) Das Endergebnis
Eine durchgehende Leine an die Oberfläche. Im Idealfall steh die Stabboje aufrecht an der Wasseroberfläche (nicht im Bild) und der Bojenschießer hat sich nicht in der Leine verheddert (auch nicht im Bild). Noch besser ist es, wenn sich auch der Fotograf (auch nicht im Bild) nicht in der Leine verheddert.

Verschiedene Bojentypen

Bojen können einerseits durch die Form, hauptsächlich aber durch die Art der Befüllung unterschieden werden. Heutzutage werden hauptsächlich zwei Bojenformen verwendet.

Stabboje
Die bekannteste Bojenform ist die Stabboje, oft auch Elefantenpenis genannt. In der Länge variiert sie zwischen 80cm und 250cm. Vorteile dieser Bojenart ist die gute Sichtbarkeit auch bei Wellengang, ein Nachteil ist die teilweise mangelnde Stabilität, die zum Abknicken der Boje führt.
Rundboje
Die Rundboje ähnelt einem kleineren Hebesack. Ihr Vorteil ist, dass sie stabiler ist und auch bei stärkerem Wind nicht umgeweht wird. Der Nachteil ist die geringere Sichtbarkeit bei Wellengang.

Bei der Art der Befüllung gibt es drei Methoden:

Offene Boje
Dies ist der einfachste Bojentyp. Die Boje ist am unteren Ende offen und bleibt auch so, wenn befüllt. Die Befüllung geschieht durch das Einblasen von Luft, z.B. durch den Oktopus in das offene Ende.
Etwas bessere Bojen haben am Ende eine Bleibeschwerung, um an der Oberfläche nicht umzukippen. Die Gefahr besteht trotzdem, dass die Boje kippt und die Luft entweicht. Im schlimmsten Fall sinkt die Boje wieder herab und birgt für den Taucher zusätzlich die Gefahr sich in der Leine zu verheddern.
Halboffene Boje
Auch diese Bojentyp wird durch ein offenes Ende befüllt. Allerdings sind diese Bojen so konstruiert, dass sich die Öffnung durch die im inneren befindliche Luft effektiv verschlossen wird.
Um Ein Platzen durch Überdruck zu verhindern haben diese Bojen ein Überdruckventil, durch das die überschüssige Luft entweichen kann.
Geschlossene Boje
Hier gibt es zwei Befüllungsmethoden. Einige haben einen Anschluss für den Inflatorschlauch. Dieser ist so konstruiert, dass er nicht angekuppelt wird, sondern dass sich die Boje beim Hochsteigen selbst vom Inflatorschlauch löst. Der Nachteil dieser Methode ist, dass entweder ein zusätzlicher Inflatorschlauch an der ersten Stufe befestigt sein muss oder man diesen kurzzeitig unter Wasser vom Inflator oder Trocki-Einlassventil lösen muss.
Die bessere Variante ist eine unabhängige Luftversorgung über eine kleine Gasflasche mit, je nach Bojengröße, 100ml - 400ml Inhalt. Beide Varianten verfügen wiederum um ein Überdruckventil, auch um die Boje anschließend wieder zu entleeren.

In jedem Fall sollte sich die Boje klein zusammenrollen lassen und schnell greifbar am Taucher befestigt sein. Wenn man die Boje in der Tasche verstaut, sollte man sich sicher sein, dass man sie auch mit kalten Fingen und/oder dicken Handschuhen herausholen kann.

Unterschiedliche Bojen im Englischen

Kurz zum Verständnis: Im Englischen wird unterschieden zwischen

SMB (Surface Marker Buoy)
Boje zur Oberflächenmarkierung, die sich während des gesamten Tauchgangs an der Wasseroberfläche befindet. Sie wird meist während des Tauchgangs mitgezogen, um z.B. Booten zu zeigen, dass ein Taucher im Wasser ist. In einigen Gewässern Pflicht
DSMB (Delayed Surface Marker Buoy)
Boje, die vom Taucher während des Tauchgangs an die Wasseroberfläche geschossen wird. Auch sie zeigt an, dass sich ein Taucher unter Wasser befindet, je nach Absprache im Deko- oder Sicherheitsstopp. Sie wird auch häufig bei Strömungstauchgängen eingesetzt, um dem Boot anzuzeigen, wo es die Taucher wieder einsammeln kann.

Farbspiele

Nachdem die Entscheidung für den Bojentyp gefallen ist, stellt sich die nächste Frage: Welche Farbe soll die Boje haben? Leider gibt es hier keinen internationalen Standard. In Europa gilt überwiegend, dass eine rote Boje der Normalfall ist und eine gelbe Boje einen Notfall signalisiert. In Nordamerika ist dies genau umgekehrt - hier bedeutet eine rote Boje normalerweise "Notfall unter Wasser".

Es ist daher wichtig, sich im Zweifelsfall mit den anderen Tauchern und der Bootscrew abszusprechen, so dass es zu keiner Verwirrung kommt. Für Taucher, die hauptsächlich in von Europäischen Besuchern frequentierten Gewässern unterwegs sind (was Ägypten und die Malediven mit einschließt), ist eine rote Boje die richtige Wahl.


           
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