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Der Tiefenrausch

Wie kann man die Gefahren der Stickstoffnarkose minimieren?

Flacher tauchen

Wer unterhalb von 30m taucht, braucht sich um das Thema Tiefenrausch nicht so viel Sorgen zu machen. Auch wenn es abgedroschen klingt, aber die sicherste Methode der Gefahrenminimierung ist die persönliche Limitierung der Tauchtiefe.

Tiefenrausch akzeptieren

Flacher zu tauchen ist natürlich nicht immer die Lösung, denn einige Tauchziele liegen nun einmal tiefer. Wenn man aber tiefer tauchen will, muss man akzeptieren, dass man durch Stickstoffnarkose beeinträchtigt wird. Nicht werden kann, sondern mit Sicherheit wird!

Deshalb muss einem während des Tauchgangs auch klar sein, dass man ganz besonders vorsichtig vorgehen und bei kleinsten Anzeichen von Problemen unbedingt höher aufsteigen muss. Außerdem sollte man mit seinem Buddy eine der hier genannten Methoden zur Überprüfung des Tiefenrauscheinflusses ausmachen.

UW-Tätigkeiten vereinfachen

Wenn man tiefere Tauchgänge macht, sollte man alles so einfach wie möglich halten. Das bedeutet, dass man nur das Equipment mitnimmt, das man wirklich braucht und nur mit gut bekanntem Equipment in gewohnter Konfiguration taucht. Man sollte sich nur auf das konzentrieren müssen, was für den sicheren Ablauf des Tauchgangs wichtig ist.

Aus diesem Grund ist es auch eine gute Idee, sich den Tauchplan und andere Dinge, die man UW braucht oder machen will aufzuschreiben, z.B. den Lageplan eines Wracks etc.. So muss man nicht lange nachdenken, wie lange man z.B. beim Wrack bleiben wollte. Man gerät auch nicht ins Grübeln darüber, ob man irgendetwas vergessen hat - alles Wichtige steht schließlich auf der Schreibtafel.

Vom Dunkel umgeben

Tauchfähigkeiten im Schlaf beherrschen

Je weniger man nachdenken muss, umso weniger kann schief gehen. Also sollten alle Tauchfähigkeiten aus dem Effeff beherrscht werden. Dies gilt besonders für Notfallsituationen. Wechsel auf den eigenen Zweitautomaten, Abdrehen der Ventile, Automatenabgabe an den Buddy und Wechselatmung sollten ohne lange zu überlegen durchgeführt werden können.

Den richtigen Buddy auswählen

Ein Buddy im Tiefenrausch kann zu einem echten Problem werden. Deshalb ist es wichtig einen Buddy zu haben, dem man auch vertrauen kann. Nicht vertrauen, dass er nicht tiefenrauschgefährdet ist (das ist jeder), sondern darauf, dass er gewillt ist den Tauchgang genauso verantwortlich wie man selber durchzuführen. Also bereit ist, regelmäßig Buddychecks zu machen, in sich selber reinzuhören und bei Anzeichen von Stickstoffnarkose (bei sich oder seinem Buddy) sofort höher zu gehen - auch wenn man z.B. das Wrack noch nicht erreicht hat.

Es ist daher wichtig den Buddy gut zu kennen, damit man ihn und sein Verhalten auch gut einschätzen kann, um so Rückschlüsse auf mögliche Einflüsse ziehen zu können. Außerdem sollten natürlich die oben genannten Notfallprozeduren mit genau diesem Buddy gut geübt sein. Es hilft wenig, wenn diese nur von einem der Buddys beherrscht werden.

Ruhig, überlegt und langsam tauchen

Verzerrte Optik durch Tiefenrausch
Kälte und Dunkelheit sind Faktoren, die
Tiefenrausch begünstigen

Wer keine Probleme mit dem Druckausgleich hat, lässt sich gerne so schnell wie möglich auf die gewünschte Tiefe fallen. Dadurch wird zwar die Abstiegszeit verringert, Untersuchungen legen aber nahe, dass ein rapider Druckanstieg die Wirkung des Stickstoffs verstärkt, man also schneller am Tiefenrausch leidet, bzw. die Auswirkungen deutlich stärker sind. Daher ist es ratsam, den Abstieg in gemäßigtem Tempo anzugehen.

Erhöhte Kohlendioxidwerte scheinen die Stickstoffnarkose auch zu begünstigen. Diese können im Körper durch Anstrengung durch Bewegung (z.B. starkes Flosseln bei Strömung) oder beim Atmen (z.B. durch einem hohem Atemwiderstand des Automaten) entstehen oder durch zu flaches Atmen (z.B. durch Angst oder Beklemmungsgefühle) verursacht werden. Daher ist es wichtig, ruhig und gleichmäßig tief ein- und auszuatmen.

Fit und nüchtern tauchen

Da die körperliche Verfassung eine große Rolle beim Tiefenrausch spielt, ist es wichtig, gerade bei tieferen Tauchgängen darauf zu achten, dass man körperlich wirklich fit ist. Dazu zählt nicht nur die allgemeine Gesundheit, sondern auch, dass man ausgeschlafen ist. Ein langer Abend verträgt sich einfach nicht mit anspruchsvollen Tauchgängen.

Dies gilt umso mehr, wenn am Abend vorher Alkohol konsumiert wurde. Alkohol und andere Drogen potenzieren die Wirkung der Stickstoffnarkose. Besonders im Urlaub wo die Strandbar lockt oder beim gemütlichen Zusammensein auf dem Safariboot sollte man also eher zu den nicht-alkoholischen Getränken greifen.

Dies gilt aber auch für Medikamente. Viele Medikamente, z.B. auch solche gegen Seekrankheit, scheinen sich negativ auf die Gefahren des Tiefenrauschs auszuwirken. Wer also ohne so ein Mittel die Tauchsafari nicht durchstehen würde, muss sich des erhöhten Risikos bewusst sein und sein Tauchverhalten (also auch die Wahl der Tauchtiefe) entsprechend anpassen.

... und zu guter Letzt noch ein Tipp, der jedoch über den Bereich des Sporttauchens weit hinausgeht:

Das richtige Atemgas wählen

Jan springt
Gute Gaswahl für tiefe TG:
Trimix

Letztlich kann man nicht guten Gewissens sagen, dass Luft das Atemgas der Wahl bei größeren Tauchtiefen ist. Allein unter dem Aspekt der Stickstoffnarkose sollte man sich bei Tauchgängen über 40m fragen, ob man denn wirklich mit Luft tauchen sollte oder ob man nicht eher auf ein Gasgemisch wie Trimix wechseln sollte, bei dem durch teilweises Ersetzen des Stickstoffes durch Helium die Tiefenrauschgrenze je nach Mischung deutlich tiefer liegt.

Wer einmal einen Wracktauchgang auf 45m mit Luft gemacht hat und anschließend mit Tauchern spricht, die den gleichen Tauchgang mit Trimix absolvierten, wird feststellen, wie viel mehr Erinnerungen sie an den Tauchgang haben. Wenn man zusammen sitzt und die Trimixler erzählen von Details, an die man sich, wenn überhaupt, nur schemenhaft erinnern kann, wird einem schnell bewusst, wie beeinträchtigt man doch selbst war. Das, obwohl man sich während des Tauchgangs eigentlich sehr klar und wohl gefühlt hat!

Tiefenrausch - die Kapitel:

Einleitung
Gefahren des Tiefenrauschs
Minimierung des Risikos


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Dieser Artikel erschien im DivInside, Juli 2007


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