Der Schwimmbad-Blackout
Norbert nähert sich der 45m Grenze beim Strecken-Apnoe, als er plötzlich bewusstlos absackt. Ein typischer Fall von Schwimmbad-Blackout.
Obwohl der Schwimmbad-Blackout nur bei Apnoe und nicht beim Gerätetauchen auftritt, wird er hier behandelt, da Apnoe bei vielen Ausbildungen ein wichtiger Bestandteil ist.
Definition Schwimmbad-Blackout
- Der Schwimmbad-Blackout
- ist eine plötzliche Ohnmacht beim Apnoe-Tauchen, verursacht durch das Ausbleiben des Atemreflexes bei gleichzeitig zu geringem Sauerstoffanteil im Blut.
Entstehung eines Schwimmbad-Blackout
Medizinische Laien nehmen oft an, dass die Atmung durch den Sauerstoffgehalt im Blut geregelt wird - dem ist aber nicht so! Der Atemreiz wird im Atemzentrum des Menschen, das im verlängerten Rückenmark sitzt, als Reaktion auf einen erhöhten Kohlendioxid-Gehalt im Blut ausgelöst. Es gibt zwar auch Rezeptoren, die auf Hypoxie (Sauerstoffmangel) reagieren, sie spielen aber nur eine weit untergeordnete Rolle.
Der eigentliche Auslöser für einen Schwimmbad-Blackout liegt meist darin, dass vor dem Tauchgang hyperventiliert wurde. Das bedeutet, dass sehr bewusst mehrfach hintereinander schnell tief ein- und ausgeatmet wird. Dies geschieht in der irrigen Annahme, das Blut vor dem Tauchgang mit zusätzlichem Sauerstoff anzureichern. Was aber dabei tatsächlich geschieht, ist dass der Kohlendioxidspiegel im Blut stark abgesenkt wird. Der theoretische Effekt wäre derselbe - eine Verlängerung der Tauchzeit durch Unterdrückung des Atemreizes.
Die tatsächlichen Auswirkung ist aber ein ganz andere und sehr gefährliche: Durch den verringerten Kohlendioxid-Spiegel im Blut setzt der Atemreiz erst dann ein, wenn durch den abfallenden Sauerstoffanteil schon Hypoxie eintritt und es als Folge davon zu einer Bewusstlosigkeit kam. Dies wird in der folgenden Skizze veranschaulicht:
Nach Hyperventilation setzt der Atemreiz nach der Bewusstlosigkeit ein!
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Keine Hyperventilation vor Apnoe-Tauchgängen, dies kann lebensgefährlich sein!
Zwei- bis dreimal tief ein- und ausatmen reicht.
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Verhalten beim Schwimmbad-Blackout
Durch den steigenden Kohlendioxid-Spiegel im Blut setzt, während der Bewusstlosigkeit, nach einer Weile der Atemreiz von alleine wieder ein. Daher kommt es beim Schwimmbad-Blackout auf jede Sekunde an: Der bewusstlose Apnoeist muss sofort aus dem Wasser geborgen und ins Trockene gebracht werden. Setzt der Atemreiz nämlich Unterwasser ein, besteht die Gefahr der Wasser-Aspiration, d.h. des Ertrinkens des Apnoeisten. An Land hingegen setzt die Atmung wieder ein und der Verunfallte erwacht aus seiner Ohnmacht.
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Nie ohne Aufsichtsperson Zeit- oder Streckentauchen.
Beim Streckentauchen muss die Aufsicht mit dem Apnoisten mitgehen, um jederzeit helfend eingreifen zu können.
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