Das Barotrauma des OhrsZu schnelles Auftauchen aus nur 5m - plötzlich ein stechender Schmerz im Ohr - schnell kann man sich ein Barotrauma des Ohres einfangen. Der Grund hierfür ist ein Druckunterschied (von immerhin 0,5 Bar), der so schnell passiert, dass kein Druckausgleich des Mittelohres erfolgen konnte. Entstehung eines Barotraumas des OhrsDas Mittelohr ist einerseits nach außen durch das Trommelfell verschlossen, andererseits durch die Eustachische Röhre mit dem Nasen-Rachen-Raum verbunden. Über diese Verbindung kann Luft in das Mittelohr ein- und ausströmen. Wie ein Barotrauma im Ohr entsteht, wird im folgenden Flashfilm gezeigt. Ihr seht die Flash-Animation nicht? Klickt hier, um die Einzelbilder zu sehen Die häufigste Art dieses Barotraumas ist so, wie im Film beschrieben, bei Druckzunahme, also beim Abtauchen. Das liegt u.a. daran, dass der Druckausgleich beim Abtauchen nicht automatisch geschieht, sondern durch verschiedene Maßnahmen des Tauchers ausgelöst wird. Wenn man zu schnell abtaucht, bzw. zu spät den Druckausgleich macht, kann man sich schnell ein Barotrauma in Form eines gedehnten Trommelfells holen. Beim Auftauchen sollte der Druckausgleich von allein geschehen, d.h. die sich ausdehnende Luft aus dem Mittelohr strömt in den Nasen-Rachen-Raum ab. Es kann aber auch unterwasser zu einer Verlegung der Eustachischen Röhre kommen, so dass dies nicht möglich ist. In diesem Fall kommt es zu einem inversen Barotrauma. Im einfachen Fall kommt es zum Drehschwindel (Vertigo), aber auch ein Riss des Trommelfells ist in so einem Fall möglich. Symptome & BehandlungWenn man nicht allzu schnell abtaucht, kündigt sich ein Barotrauma des Mittelohrs an durch ein Druckgefühl, dass über einen dumpfen in einen stechenden Schmerz übergeht. Taucht man schnell ab, wird man wahrscheinlich erst den stechenden Schmerz verspühren. Gleichzeitig kann es, muss aber nicht, zu einem Drehschwindel (Vertigo) kommen, der sich nicht nur durch ein optisches Drehen, sondern auch durch Überlkeit bis hin zum Erbrechen äußert. Wenn es zu einem Riss des Trommelfells kommt, lässt der Schmerz schlagartig nach. Es kommt bei diesem Ohr zu einer Hörminderung und es kann auch Blut austreten. Tritt Wasser in das Mittelohr ein, kann es zu einer Infektion (Mittelohrentzündung) kommen. Ein Barotrauma des Ohrs sollte unbedingt von einem HNO-Arzt behandelt werden, auch wenn es nicht zu einem Riss gekommen ist. Die anschließende Behandlung muss auch von qualifizierter Stelle festgelegt werden. Natürlich gilt auch hier, dass bis zum völligen Verheilen des Ohrs (und natürlich der Krankheit, die zum Anschwellen der Eustachischen Röhre geführt hat) Tauchverbot gilt! Und was ist mit Nasenspray & Tauchen?Ah, endlich macht der See nach der Winterpause wieder auf und der gesammte Verein trifft sich zum Antauchen. Wenn ich nicht noch diesen Schnupfen mit mir rumschleppen würde. Zum Glück habe ich ja mein abschwellendes Nasenspray! Wer seine Nase und die Eustachischen Röhren mittels Nasenspray tauchbereit macht, riskiert mit hoher Wahrscheinlichkeit ein inverses Barotrauma. Beim Abtauchen ist noch alles in Ordnung. Durch die vom Nasenspray erzeugte Abschwellung der Schleimhäute der Eustachischen Röhren kann der Druckausgleich zwischen dem Mittelohr und dem Nasen-Rachenraum ohne Probleme durchgeführt werden. In der Tiefe lässt dann irgendwann einmal die Wirkung des Sprays nach und die Schleimhäute der Eustachischen Röhren schwellen wieder an. Beim Auftauchen kommt es jetzt zu einem Barotrauma durch Überdruck im Mittelohr. Das Problem wird dadurch verstärkt, dass man beim Bemerken eines Druckausgleichproblems beim Abtauchen einfach wieder Auftauchen kann. Beim Auftauchen hat man, zumindest langfristig, diese Möglichkeit nicht, denn irgendwann muss man raus!
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