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Tauchtheorie - Tauchausbildung im Überblick

Der Ablauf der Tauchausbildung

Was genau erwartet den Schüler während des Kurses? Aus dies ist eine häufige Frage in den Diskussionsforen.

Egal bei welcher Organisation man die Ausbildung macht, hier oder im Ausland, sie besteht aus drei großen Modulen: Theorie, Schwimmbadausbildung und Freiwasser.

Theorieausbildung

Warum es so wichtig ist, ein Verständnis für die Tauchtheorie zu haben, wurde oben erläutert. Dieses Verständnis zu vermitteln ist Aufgabe des Tauchlehrers im ersten Block. Wie die theoretische Wissensvermittlung abläuft, kann dabei sehr unterschiedlich sein. Der Klassiker ist der konventionelle Kurs im Klassenzimmer, bei dem der Lehrer die einzelnen Lerneinheiten vorträgt, unterstützt von Folien und Videos. Relativ neu ist die virtuelle Theorieschulung. Dabei eignet sich der Schüler mit einem Lernprogramm im Internet und meist begleitender Lektüre den Stoff erst einmal selber an. Außerdem hat er die Möglichkeit, mit dem Lehrer in Kontakt zu treten und im Gespräch den Stoff zu vertiefen.

Das OK-Zeichen

Ob Frontalunterricht oder interaktiv – folgendes stellen wichtige Bereiche der Ausbildung dar:

Da man nur mit der richtigen Ausrüstung tauchen kann, lernt man die einzelnen Komponenten kennen. Was ist ein Lungenautomat und welche Aufgaben haben erste und zweite Stufe? Welche Arten von Tiefenmessern gibt es? Brauche ich einen Tauchanzug und wie dick sollte der sein? Wie Pflege ich meine Ausrüstung? Dies sind nur einige der Fragen, die im Kurs behandelt werden.

Der zweite große Theorieblock ist die Tauchphysik. Hier erfährt der Schüler u.a., was für Auswirkungen Druck auf Gase hat und warum das für den Taucher wichtig ist. Warum Hören und Sehen unterwasser so anders sind als an der Oberfläche. Welche physikalischen Vorgänge dafür sorgen, dass wir im Wasser schneller frieren. Oder was wir verstehen müssen, um im Wasser schweben zu können. Wichtig ist die Kenntnis der Physik, weil sie direkte Auswirkungen auf unseren Körper hat.

Das UW-Zeichen für Folge mir

Der dritte Theorieteil verknüpft nun die Physik mit der Biologie. Primär mit den Fragen, was den Körper beim Tauchen schädigen und wie solch eine Schädigung vermieden werden kann. Um sicher tauchen zu können, muss der Novize verstehen, was während der drei Phasen des Tauchgangs (Abtauchen, Verbleiben auf Tiefe und Auftauchen) vor sich geht und wie man einen Tauchgang mit Hilfe von entsprechenden Tabellen oder einem Tauchcomputer sicher gestaltet.

Zu guter Letzt lernt man auch noch etwas über Tauchpraxis. Ein Widerspruch in sich?
Nein, denn es geht um theoretische Themen der Tauchpraxis, z.B. wie man einen Tauchgang plant, was die Unterwasserzeichen bedeuten, und wann man welche einsetzt. Man lernt etwas über die Bestandteile eines Briefings und natürlich auch wie man die Rettungskette auslöst. Ein wichtiger Punkt ist auch das Verhalten des Tauchers im Wasser. Es geht um umweltverträgliches Tauchen, beim Ein- und Ausstieg aus dem Tauchgewässer und natürlich während des Tauchgangs.

Und dann ist er da, der Moment der theoretischen Prüfung. Viele haben Bammel vor dem Test und steigern sich in regelrechte Prüfungspanik. Dabei ist die nun wirklich nicht nötig. Die Abschlussprüfung besteht aus einem einfachen Multiple Choice Test. Es geht nicht darum, die Prüflinge durch gemeine Fragen aufs Glatteis zu führen, sondern zu überprüfen, dass die Tauchtheorie, soweit sie für einen Anfänger relevant ist, verstanden wurde. Wer also in den Theoriemodulen aufpasst, die entsprechenden Passagen in den Büchern liest, die jeweiligen Übungen absolviert und die Unklarheiten mit seinem Ausbilder besprochen hat, wird keinerlei Probleme haben.

Schwimmbadausbildung

"Schwimmbadausbildung?" werden einige fragen, "Unsere Basis hat gar kein Schwimmbad!" Wenn es möglich ist, die Inhalte dieses Moduls in einem schwimmbadähnlichem Gewässer (eingeschränktes Freiwasser) zu absolvieren, ist das völlig in Ordnung und den Richtlinien entsprechend. Das bedeutet aber, dass es einen Bereich gibt, in dem man stehen kann, sehr gute Sicht und keine Strömung oder Wellen vorhanden sind.

Wichtig sind diese hervorragenden Bedingungen, weil der Tauchschüler hier zum ersten Mal lernt, mit seiner Ausrüstung praktisch umzugehen. Da sollen natürlich keine negativen Einflüsse das Erlebnis stören! Was genau alles Bestandteil dieses Moduls ist, unterscheidet sich zwischen den einzelnen Organisationen. So legen gerade die ursprünglich europäischen Tauchorganisationen großen Wert auf Schnorchel- und Apnoefähigkeiten (also Tauchen ohne Gerät).

Die Ausbildung im Schwimmbad

Allen gleich ist, dass hier der Schüler behutsam an den Unterwasseraufenthalt geführt wird. Vom ersten Atmen aus dem Automat bis zum Erreichen eines halbwegs stabilen Schwebestands dauert es eine Weile. Dazu lernt man, wie man mit dem ein oder anderen Malheur umgeht, zum Beispiel eine geflutete Maske leert, seinen Automaten wiedererlangt, sollte man ihn mal verloren haben oder, für den Fall dass man selber nicht mehr genügend Luft hat, wie man Luft von seinem Tauchpartner bekommt.

Freiwasserausbildung

Ohne Zweifel ist dies der Höhepunkt der Grundausbildung. Ob man zum ersten Mal in karibischen Gewässern oder im Baggersee um die Ecke abtaucht, das Gefühl während des ersten Tauchgangs ist unbeschreiblich!

Deswegen stehen meist auch nicht die Übungen im Mittelpunkt des ersten Tauchgangs, sondern das erstmalige Erleben der Unterwasserwelt. Ansonsten ist die Freiwasserausbildung eine Mischung der ersten beiden Module, hier werden unter realen Bedingungen theoretisches Wissen, wie die Tauchgangsplanung und -berechnung, sowie die im Schwimmbad erlernten Fähigkeiten, wie die Tarierung, vertieft und verbessert.

Tauchausbildung im Freiwasser

Angenehm an der Freiwasserausbildung ist, dass es keine direkte Prüfung gibt. Der Tauchschüler muss während der Tauchgänge bestimmte Übungen absolvieren, wie seine Maske fluten und wieder entleeren, und es obliegt dem Tauchlehrer zu beurteilen, ob man dem geforderten Standard entspricht. Grundsätzlich kann man sagen, dass in der Regel 4 – 5 Tauchgänge nötig sind, um ein Brevet zu erhalten. Ein guter Tauchlehrer zeichnet sich aber dadurch aus, dass er, wenn nötig, noch ein paar Stunden dran hängt, wenn es die Situation erfordert.

Tauchausbildung im Überblick - die Kapitel:

Einleitung
Warum ist eine fundierte Ausbildung so wichtig?
Voraussetzungen für das Erlernen des Tauchens
Wie komme ich zur Tauchausbildung?
Der Ablauf der Tauchausbildung
Ausgebildet und was jetzt?



           
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Dieser Artikel erschien im DivInside, Juli 2007


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