Sonderbrevet NachttauchenDunkelheit umgibt dich. Der Schein deiner Lampe verliert sich in der Weite des Meeres. Ein zweiter Strahl gibt dir die Gewissheit, dass sich dein Buddy dicht neben dir befindet. Er lässt seinen Lichtkegel über den Sandgrund zu einem Korallenblock gleiten. Farbenfroh leuchten die Korallen, viel kräftiger als bei Tagtauchgängen. Deine Lampe scheint in einen Überhang und lässt einen Rotfeuerfisch erstrahlen. Die ursprünglich leichte Beklemmung durch die Dunkelheit ist der Faszination gewichen, die einen Nachttauchgang so besonders macht. Ein Nachttauchgang ist eine ganz besondere Herausforderung an den Taucher. Ohne natürliches Licht, auf den Schein der mitgebrachten Lampe angewiesen, muss er sich in der fremden Welt zurechtfinden. Für viele Taucher ist dies zumindest anfänglich eine psychische Belastung. Es ist ein weiterer Stressfaktor, der den Tauchgang erschwert und dadurch ein Gefahrenpotential darstellt. Unerheblich dabei, ob es sich um einen echten Nachttauchgang handelt oder ob die Dunkelheit durch größere Tiefe und schlechte Sicht in einem See verursacht wurde. Man muss lernen, mit dieser Situation umzugehen und die Gefahrenmomente realistisch einzuschätzen. An dieser Stelle setzt das Sonderbrevet Nachttauchen an. In diesem Kurs lernt der Taucher, was es bei einem Nachttauchgang zu beachten gibt. Angefangen beim Zusammenstellen der Ausrüstung, über das (Buddy-)Verhalten an Land und im Wasser, bis hin zur Vermeidung von potentiellen Gefahren bzw. der Beherrschung von Notsituationen bei Nachttauchgängen. ![]() Für einen Tauchanfänger ist dieser Sonderkurs nicht geeignet. Nicht ohne Grund verlangen einige Organisationen als Voraussetzung eine Mindestanzahl an Tauchgängen und teilweise auch das Brevet Orientierung. Wenn man noch zu sehr mit sich und seiner Ausrüstung beschäftigt ist, birgt ein Nachttauchgang zu viele zusätzliche Gefahren. Durch die verminderte Sicht muss jeder Handgriff sitzen, der Taucher muss blind seine Ausrüstung bedienen können. Da nachts auch die natürliche Orientierung sehr eingeschränkt ist und man sich stärker auf seinen Kompass verlassen muss, ist es sehr nützlich, wenn man die Unterwassernavigation beherrscht. Die im Folgenden dargestellten Kursinhalte sind prototypisch und können je nach Organisation von einander abweichen. Allerdings sollten die grundlegenden Inhalte auf jeden Fall im Rahmen des Kurses abgehandelt werden. Wie schon beim OWD oder Einstern gliedert sich der Kurs in einen theoretischen und einen praktischen Teil, letzterer beinhaltet meist zwei Übungstauchgänge. Nachttauchen: TheorieFolgende Punkte sind Bestandteile dieser Kurse: AusrüstungEin Nachttauchgang kann nicht ohne Lampe nicht durchgeführt werden. Deshalb ist die Lampentechnik ein zentraler Bestandteil des Kurses. Worauf kommt es bei der Lampe an, wie stehen Brenndauer und Lichtstärke in Beziehung und welche Stärke ist wofür geeignet? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt dieses Moduls. Außerdem werden die Themen Backup-Leuchte, zusätzliche Leuchtmittel und Pflege der Ausrüstung behandelt. Tauchplatzwahl und Planung
Bedingungen bei NachttauchgängenWas erwartet den Taucher bei einem Nachttauchgang? Wie unterscheidet sich dieser von einem Tagtauchgang am gleichen Tauchspot? Kommunikation und SicherheitDie UW-Kommunikation ist schnell gelernt. Besonderheiten der Signalgebung - sowohl im Wasser als auch an der Oberfläche - werden erläutert. Ein Nachttauchgang stellt ein erhöhtes Risiko dar. Um dieses zu minimieren, sollte man den Sicherheitsaspekten erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Dazu gehört das Markieren der Ausstiegsstelle, z.B. mit einem Blitzer, genauso, wie das Buddy-Verhalten an Land und im Wasser. Flora und FaunaIn diesem Modul lernt der Taucher, was er nachts im Wasser erwarten kann und wie er sich verhalten muss, um das Gewässer zu schützen. Durch die eingeschränkte Sicht ist ein vorsichtiges Tauchen noch wichtiger als am Tag. ![]() Nachttauchen in der PraxisNach der Theorie kommt die Praxis: Der erste Tauchgang ist häufig ein Dämmerungstauchgang, um den Übergang zu erleichtern. Er sollte in einem flachen, strömungsfreien Gewässer stattfinden, am besten vom Land aus. Der Schüler lernt die Bedingungen vor Ort einzuschätzen und seinen Tauchplan den veränderten Umständen anzupassen. Besonders die Themen Sicherheit und Orientierung spielen bei den Praxistauchgängen eine große Rolle. Der Tauchschüler lernt, einen vorgegebenen Kurs zu halten, mit seinem Buddy zu kommunizieren und wieder am Ausstieg anzukommen. Es gibt Taucher, die nie einen Nachttauchgang machen würden. Zu groß ist die Scheu vor der Dunkelheit. Aber solch ein Tauchgang bietet andere, faszinierende Einblicke in die Unterwasserwelt, die tagsüber nicht möglich sind. Beim Sonderbrevet Nachttauchen lernt man, die Furcht zu überwinden und sich auf dieses Erlebnis einzulassen. Bilder mit freundlicher Genehmigung von Sebastian Opitz www.quetschluft.de |
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Nicht jeder Tauchplatz ist für einen Nachttauchgang geeignet. Im Rahmen dieses Sonderbrevets lernt der Taucher die Kriterien, nach denen der Tauchplatz und die Tauchroute ausgewählt werden sollten. Ein Nachttauchgang vom Boot aus stellt eine Besonderheit dar, deswegen lernt man was man an Bord und im Wasser beachten sollte. Ist der Tauchplatz ausgewählt, muss der Tauchgang geplant werden. In dem Kurs wird vermittelt, was zu berücksichtigen ist, wie z.B. die empfohlene Maximaltiefe und die Dauer eines Nachttauchgangs.

